Overthinking – Gedankenkarussell, Grübelei & negative Gedanken stoppen

Weißt Du (schon), ob Du ein Overthinker bist? Lass mich es gerne anhand einer sehr alltäglichen Situation skizzieren. Du verschickst eine Nachricht. Die Nachricht geht bei der Empfängerin ein. Dir wird angezeigt, dass die Nachricht zugestellt wurde. Möglicherweise wird Dir technisch zusätzlich auch angezeigt, wann die Nachricht gelesen wurde. Eine Antwort erhältst Du nicht. Was während dieser Situation in Deinen Gedanken passiert, kann möglicherweise schon Aufschluss darüber geben. Let me explain. In diesem Artikel erfährst Du, was genau dahinter steckt, woran Du die typischen Anzeichen erkennst & mit welchen Methoden Du aus dem Gedankenkarussell wieder aussteigst.
Gedankenkarussell

Inhalt

Das Wichtigste zusammengefasst

  • Definition: Overthinking (Grübeln) sind Gedanken, die wiederholt um ein Problem kreisen, ohne zu einer Lösung zu führen, anders als normales Nachdenken.
  • Auslöser: Häufige Ursachen sind beispielsweise Unsicherheit, Kontrollverlust, Perfektionismus, Selbstzweifel etc.
  • Anzeichen: kann sich körperlich (Anspannung, Schlafstörungen, Verspannungen, Magen-Darm-Probleme) & mental zeigen (Entscheidungsblockaden, Selbstzweifel, ständiges Kreisen um Was-wäre-wenn-Szenarien)
  • Test: Die Zwei-Minuten-Methode hilft zu erkennen, ob es sich noch um Nachdenken oder schon um Grübeln handelt: keine neuen Erkenntnisse mehr = Overthinking.
  • Gegenmaßnahmen: Schreiben, die 5-4-3-2-1-Methode & Bewegung helfen, die Gedankenspirale zu durchbrechen; langfristig geht es darum, die Fähigkeit zum Durchdenken für Lösungen zu nutzen.

Overthinking Bedeutung & Definition

Overthinking bezeichnet ein Denkmuster, bei dem die Gedanken wiederholt um ein Problem oder Thema kreisen, ohne zu einer Lösung zu führen. Im Deutschen spricht man auch von Grübeln, Rumination oder repetitivem negativem Denken. Anders als beim gewöhnlichen Nachdenken bringt jede weitere Gedankenschleife keine neuen Erkenntnisse, nur zusätzliche Anspannung.

MerkmalNachdenkenOverthinking
ZielLösung oder Entscheidung findenKein klares Ziel, Gedanken kreisen
ErgebnisNeue Erkenntnisse, KlarheitKeine neuen Informationen, nur Wiederholung
Zeitlicher RahmenZeitlich begrenztZieht sich über Stunden oder Tage
Gefühl danachErleichterung, HandlungsfähigkeitErschöpfung, Anspannung
FokusKonkretes ProblemVage Sorgen, Was-wäre-wenn-Szenarien
KörperreaktionNeutral bis entspanntAnspannung, Stressanzeichen
Wenn aus (nach-) denken übermäßiges Grübeln & Gedankenschleifen wird. Über etwas nachzudenken liegt in der Natur des Menschen. Etwas zu analysieren oder einzuschätzen ist möglicherweise sogar ein Teil der Aufgaben, die wir im beruflichen Kontext erledigen. Etwas abwägen oder einordnen zu können hilft uns dabei, Entscheidungen zu treffen, Probleme zu lösen, etwas zu lernen und das Leben zu leben. Doch wann genau wird aus einem (einfachen) Nachdenk-Prozess ein Grübeln?

Was ist Overthinking & wie entsteht es?

Dieser Vorgang, bei dem das Gehirn in einem unproduktiven Kreislauf feststeckt, entsteht oft in Zusammenhang mit Problemen (aus Vergangenheit oder Zukunft), bei denen das Vorhandensein einer Lösung eher unwahrscheinlich scheint. Je unkonkreter, vager oder abstrakter ein Thema, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich dieses für ein Überdenken „gut eignet“.

Während einer Gedankenschleife werden einfache, naheliegenden Lösungsmöglichkeiten angezweifelt, die Entscheidungsfindung zugunsten einer der möglichen vorhandenen Lösungen wird als schwer empfunden und die verkrampfte Lösungssuche erschwert den Prozess, eine Lösung zu finden.

Overthinking, Grübeln, Gedankenschleifen
Overthingking - das Ziel ist es, die Auswirkungen der Gedanken zu erkennen & bewusst damit umzugehen

Wikipedia bringt es wie folgt auf den Punkt: „Grübeln (neudeutsch „Overthinking“) ist eine Form des Nachdenkens, bei dem die Gedanken um mehrere Themen oder ein spezielles Problem kreisen, ohne dabei zu einer Lösung zu gelangen.“ Zitat, Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Grübeln

Was ist ein Overthinker: typische Beispiele für Auslöser & Overthinking Symptome

Mögliche Auslöser sind Leidensdruck, Selbstzweifel, Angst vor Fehlern, ein geringes Selbstwertgefühl, (eigene) Ansprüche & Erwartungshaltungen, der Wunsch bzw. das starke Bedürfnis nach Kontrolle in unsicheren Momenten oder auch Schutzmechanismen, die in stressigen Situationen versuchen, alle möglichen Worst-Case- & „Was-wäre-wenn“-Szenarien durchzuspielen, um potentielle Gefahren abwehren zu können.

Einige Beispiele:

Evolutionäre Entwicklung:

Vor hunderten von Jahren erfüllte die kontinuierliche Überprüfung potentieller Gefahren eine durchaus überlebenswichtige Funktion. Heute jedoch kann sich dieses anhaltende Überdenken aller möglichen Eventualitäten negativ auf die Gesundheit auswirken.

Unser Gehirn versucht, in einer für uns neuen oder unvorhersehbaren Situation alle Eventualitäten zu berücksichtigen & durch ständiges Grübeln alles möglichst genau vorauszuplanen.
Die Höhe der eigenen Ansprüche kann auch durch Ängste und Sorgen darüber, was die Mitmenschen denken könnten, beeinflusst werden. Eigenes (vergangenes) Verhalten wird so zum Objekt der gedanklichen Sezierung & zukünftiges Verhalten im Kopf vorab durchgespielt.

Unverarbeitete, gerade jedoch auch belastende & negative vergangene Situationen werden mehrfach wiederkehrend „abgespielt“, um so mögliche (eigene Fehler) zu finden, gedanklich zu korrigieren oder Erlebtes zu verstehen.

Ständiges Grübeln & Gedankenspiralen entstehen im Allgemeinen häufig in Zusammenhang mit der Bewertung der eigenen Leistung, Vermutungen über die Einschätzung von Anderen zur eigenen Person, in Konflikten, bei Entscheidungen, in Einschätzungen über die Zukunft, während der Vergangenheitsbetrachtungen oder im Kontext bei Fragen zum Sinn des Lebens.

Was bedeutet Overthinking?

Wie unser Wohlbefinden durch Overthinking & negative Gedanken beeinflusst wird? Genau wie sich positive Gedanken auf unser Wohlbefinden auswirken, kann sich auch  „zerdenken“, also übermäßiges Nachdenken & Gedankenkreisen, negativ auf Gefühle auswirken oder negative Gefühle verstärken und sich so auf unsere Gesundheit auswirken.

Wenn sich die Gedanken drehen, wird dadurch Zeit, Aufmerksamkeit oder Energie für andere Lebensbereiche gebunden und nimmt so möglicherweise direkt oder indirekt Einfluss auf unser allgemeines Wohlbefinden.

sehr schnelles Gedankenkarussell
Einen neuen Umgang mit der unfreiwilligen Fahrt im Gedankenkaroussell finden & es dadurch stoppen

Wichtig

Im Extremfall kann sich Overthinking auch als ein Symptom von Erkrankungen wie beispielsweise Angststörungen zeigen. Solltest Du Sorge haben, möchte ich Dich an dieser Stelle ermutigen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen oder telefonisch, kostenfrei & unverbindlich Rat bei der Rufnummer des Hilfetelefons 116 016 einzuholen. Quelle: https://www.hilfetelefon.de/das-hilfetelefon/beratung/telefon-beratung/

Typische Anzeichen von Overthinking

Bevor wir hier einen Blick auf Auswirkungen unserer Gedanken sowie mögliche Anzeichen werfen, möchte ich einmal verständlich machen, was genau im Körper passiert:

Bei Overthinkern wird das Nervensystem im Körper in einen chronischen Zustand von Dauerstress versetzt. Der Körper unterscheidet nicht zwischen einem negativen Meeting, einem Konflikt in der Familie, Säbelzahntigern und Lebensgefahr. Die Reaktionen im Körper sind vergleichbar, so wird verhindert, dass wir zur Ruhe kommen, der Körper bleibt angespannt und im sogenannten Kampf- oder Flucht-Modus. Dieser Zustand äußert sich in akuten Situationen durch flachen Atem, fest zusammengebissenen Kiefer und Herzrasen.

Du hast das Gefühl, dass Deine Gedanken zu einem bestimmten Thema in einer Dauerschleife feststecken? 

Lass uns in einem kostenfreien Beratungsgespräch schauen, wo Du stehst und was Du für Dich verändern möchtest.

Diese Belastung oder auch Überlastung kann zu körperlichen & mentalen Reaktionen führen. Diese zeigen sich für jeden Menschen individuell, typische Alltagsbeispiele reichen dabei von mentalen Blockaden bis zu physischen Beschwerden.

Mögliche körperliche Auswirrkungen:

Mögliche mentale Auswirkungen:

Was tun gegen Overthinking?

Ich habe mich hier vorerst bewusst gegen die Formulierung „Overthinking stoppen“ entschieden. Es ist möglich, es zu beenden, ja. Es ist jedoch für den ersten Schritt kurz- bis mittelfristig realistischer, einen neuen Umgang damit zu erzielen. 1. Weil es „schneller“ geht & 2. weil es aus meiner Sicht zielgerichtet ist, es auch als etwas zu sehen, was es eben auch sein kann: eine Stärke. Szenarien durchzuspielen, Möglichkeiten abzuwägen, Wahrscheinlichkeiten zu berechnen sind alles Eigenschaften, die uns nützlich sein können. Stell Dir einmal vor, Du würdest diese Stärken dafür nutzen, Lösungen für konkrete Aufgaben oder Probleme zu finden, anstatt über Eventualitäten nachzudenken.

Die 2 Minuten Methode: Denkst Du noch oder grübelst Du schon?

Denkst Du noch oder grübelst Du schon? Die Zwei-Minuten-Methode gibt Aufschluss:

Mache mit allem, was Du denkst & fühlst, genauso weiter, zwei Minuten lang. Wenn Du merkst, dass keine neuen Informationen oder Erkenntnisse mehr zu finden sind, ist aus dem (einfachen) Nachdenken ein Grübeln geworden.

Reflexionsfragen nach Ablauf der 2 Minuten (Methode)

Overthinking stoppen oder einen neuen Umgang mit Overthinking finden

Jetzt hier also dann doch die Formulierung, denn ich kann verstehen, dass Du erstmal einen Stopp erreichen möchtest. Du steckst im Grübeln fest & möchtest aus dieser unfreiwilligen Fahrt im Gedankenkarussell aussteigen, folgende Achtsamkeitsübungen sind ein Ausgangspunkt:

Fazit: Vom Grübeln zur Handlung

Etwas zu zerdenken beginnt dort, wo Nachdenken nur noch Wiederholung ist & keine neuen Erkenntnisse mehr liefert. Das eingangs genannte Beispiel, bei dem eine Nachricht gesendet, zugestellt & gelesen wurde und danach unbeantwortet geblieben ist, stellt dabei ein realistisches Beispiel dar, welche (schwere) Bedeutung Overthinking im Alltag haben kann. Eine kurze Antwort, die ausbleibt lässt das Gedankenkarussell kreisen.

Und jetzt, nachdem dieser Artikel gelesen wurde, noch die gute Nachricht: Die gleichen Fähigkeiten, die Dich ins Grübeln bringen, lassen sich auch nutzen, um (kreative) Lösungen & Möglichkeiten zu finden. Ob Schreiben, die 5-4-3-2-1-Methode oder Bewegung; der erste Schritt ist immer, die Gedankenschleife als solche zu erkennen.  

Vereinbare ein unverbindliches kostenfreies Erstgespräch. Gemeinsam finden wir heraus, welcher Umgang mit Overthinking zu Dir passt. Ich freue mich auf Dich!

Was bedeutet es, ein Overthinker zu sein?

Jemand der zu Overthinking neigt, denkt nicht einfach nach, sondern bleibt gedanklich in Problemen oder Situationen hängen, ohne zu einer Lösung zu kommen. Typisch sind wiederkehrende Sorgen, endloses Abwägen von Entscheidungen und die ständige Suche nach Fehlern im eigenen Verhalten, oft ausgelöst durch Unsicherheit, Perfektionismus oder Angst vor Bewertung.

Ist Overthinking eine Krankheit?

Overthinking selbst ist keine eigenständige Diagnose, sondern ein Denkmuster. Es kann jedoch als Anzeichen im Rahmen von Erkrankungen wie Angststörungen auftreten. Wer sich dauerhaft im Gedankenkarussell gefangen fühlt, sollte professionelle Unterstützung suchen, biespielsweise über das Hilfetelefon 116 016.

Was hilft gegen Overthinking?

Kurzfristig helfen Achtsamkeitsübungen wie Aufschreiben, die 5-4-3-2-1-Methode oder Bewegung, um die Gedankenspirale zu unterbrechen. Langfristig geht es darum, einen neuen Umgang mit dem eigenen Denkmuster zu finden – etwa indem die Fähigkeit zum Durchdenken von Szenarien gezielt für konkrete Lösungen statt für Grübeleien genutzt wird.

Picture of Mareike Thoben

Mareike Thoben

Mareike ist ausgebildete systemische Coach und Gründerin von Authentic Words. Mit einem feinen Gespür für Menschen und einem tiefen Verständnis für persönliche Prozesse begleitet sie Menschen auf dem Weg zu mehr Klarheit, Selbstvertrauen und innerer Balance. Ihr Coaching-Stil ist achtsam, respektvoll und authentisch – immer mit dem Ziel, individuelle Stärken sichtbar zu machen und neue Perspektiven zu eröffnen.

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