Overthinking stoppen: Test & Tipps gegen die Grübelei

Was hilft gegen Overthinking? Overthinking kann unterschiedlich auftreten, daher stoppst Du es besonders wirkungsvoll mit einer Kombination aus unterschiedlichen Techniken. Konkret können beispielsweise eine feste Grübelzeit, die Stopp-Technik oder gezielte Atemtechniken eingesetzt werden. Kombiniert werden diese sinnvoll mit einem aufrichtigen & liebevollen Blick auf das eigene Denkverhalten. Dieser Artikel dient als Ergänzung zu den Grundlagen, der Definition, Ursachen & typischen Anzeichen. Hier findest Du einen Selbsttest, einen Abschnitt über Overthinking in Beziehungen sowie weitere praktische Übungen für den Alltag.
Stop Schild

Inhalt

Das Wichtigste zusammengefasst

  • Selbsttest als Startpunkt: Der Overthinker-Test zeigt Dir, wie ausgeprägt Dein Grübel-Muster aktuell ist. Das Erkennen allein ist bereits der erste Schritt zur Veränderung.
  • Zerdenken von Nachrichten, Blicken oder Gesprächen belastet Partnerschaften oft stärker als gedacht. Ich-Botschaften statt Interpretationen helfen, die Spirale zu durchbrechen.
  • Was Partner:innen tun können: Zuhören, konkret nachfragen & Geduld haben helfen mehr als schnelle Ratschläge wie „Denk  nicht mehr dran“.
  • Übungen sind trainierbar: Overthinking lässt sich nicht einmalig „abstellen“, sondern durch wiederholtes Anwenden der Techniken Schritt für Schritt verändern.
  • Kombination statt Einzeltrick: Overthinking stoppst Du am wirksamsten mit unterschiedlichen Techniken, manchmal auch kombiniert z. B. Stopp-Technik, 3R-Methode, feste Grübelzeit und die 4-7-8-Atemtechnik.

Overthinking stoppen: Selbsttest & Übungen, um Overthinking in Beziehungen zu verändern

Mit den Themen Gedankenkarussell & negative Gedanken hast Du Dich durchaus schon einmal beschäftigt. Doch wie wirkt sich ständiges Überdenken nach Gesprächen, Blicken oder Nachrichten auf unsere Beziehungen aus? Im Nachfolgenden findest Du Beispiele möglicher Reaktionen für Partner:innen & Freunde, um mentale Muster zu durchbrechen & das gemeinsame Wohlbefinden zu stärken.

Overthinking Test: Bin ich ein Overthinker?

Diese Frage hast Du Dir vielleicht schon einmal gestellt. Der nachfolgende „Bin ich ein Overthinker Test“ stellt einen Selbsttest dar, der Dir ingesamt acht verschiedene alltäglichen Situationen beschreibt. Du ordnest ein, ob und wenn ja wie sehr diese Aussagen auf Dich zutreffen. Am Ende wird ein Gesamtergebnis daraus abgeleitet.

Wie stark grübelst Du? – Der Overthinking-Test
Selbsttest · 2 Minuten

Wie stark
grübelst Du
wirklich?

Manchmal merkt man erst spät, wie viel Energie das stille Kreisen im Kopf kostet. Nachts, nach Gesprächen, nach Entscheidungen.

Dieser Test zeigt Dir in 2 Minuten, wie ausgeprägt Dein Grübelmuster gerade ist. Was das bedeutet, liest Du direkt im Ergebnis.

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Was das bedeutet

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Bin ich ein Overthinker Test: Erkenntnis

Unabhängig davon, wo Du Dich wiedergefunden hast: Dieser Moment, in dem Du etwas für Dich erkannt hast, ist der Wendepunkt. Solange Overthinking unbenannt bleibt, kann es im Hintergrund einfach weiterlaufen. Sobald wir es benennen, sind wir in der Lage, eine Entscheidung zu treffen.

Das Erkennen allein macht an dieser Stelle bereits einen entscheidenden Unterschied: Wir beobachten uns & erweitern unser Bewusstsein für uns selbst. Und diese Erkenntnisse sind der Ausgangspunkt für eine Veränderung.

Du möchtest einen neuen Umgang mit Overthinking-Momenten finden oder wünscht Dir Begleitung für ein anderes Thema?

Was hilft gegen Overthinking praktische Übungen für den Alltag

Overthinking kann uns überall „begegnen“. Ich meine damit: wir sind nicht immer allein auf der Couch oder liegen nachts wach. Wir sitzen mit unseren Gedanken auch in der Bahn, im Büro, bei der Familienfeier oder auf dem Geburtstag. Und für diese Momente ist es total angenehm, bei Overthinking praktische Übungen (wie eine Art Werkzeug) „dabei“ zu haben, die in die Tasche bzw. Hosentasche passt.
Werkzeugkiste
Es gibt unterschiedliche "Werkzeuge". Welche Übung gut zu Dir passt, probierst Du einfach aus.

Die Stopp-Technik: Gedanken bewusst unterbrechen

Du bemerkst, dass sich ein Gedanke zum X-ten Mal wiederholt. Sobald Du an diesem Punkt bist, sagst Du Dir selber, gedanklich – gerne aber auch laut – „Stopp“. Stelle Dir dazu vor, wie Du einen Knopf drückst. Du drückst diesen Stopp-Knopf & unterbrichst die Gedankenschleife, bevor sie in die nächste Runde geht.

3R-Methode: Erkennen - Reflektieren - Reagieren

Die 3R-Methode ergänzt den Moment, der nach dem Stopp kommt. Du erkennst das sich drehende Gedankenkarussell, stoppst es & steigst aus.
1. Erkennen

Du erkennst die eigenen Gedanken als ein sich drehendes Gedankenkarussell. Der Moment, in dem Du wahrnimmst: „Ich überdenke hier gerade.“

2. Reflektieren

Du überprüfst den Gedanken: „Bringt mich dieser Gedanke gerade weiter oder dreht er sich im Kreis?“

3. Reagieren

Du steigst (gedanklich) aus & entscheidest bewusst, was als Nächstes passiert. Vielleicht notierst Du etwas, Du lässt den Gedanken bewusst los oder verschiebst ihn (bspw. in die Grübelzeit).

Grübelzeit festlegen: feste "Sorgen-Minuten" statt Dauerschleife

Ein festes Zeitfenster am Tag, zum Beispiel 19.00–19.15 Uhr, oder in der Woche, jeden Dienstag um 18.00 bis 19.00 Uhr, wird ganz bewusst fürs Grübeln reserviert. So schaffst Du einen Termin, auf den Du die beobachteten Gedanken verschieben kannst, anstatt immer wieder im Verlaufe des Tages unkontrolliert Zeit damit zu verbringen (bzw. zu verlieren).

Atemtechniken gegen übermäßiges Grübeln (z. B. 4-7-8-Methode)

Ein bewusstes Atmen lenkt den Fokus auf die Gegenwart & beruhigt den Körper. Du atmest 4 Sekunden lang ein, hältst den Atem 7 Sekunden & atmest im Anschluss 8 Sekunden lang langsam aus. Dein Körper stellt sich in diesem Moment auf Ruhe um & das unterbricht den Strudel der Gedanken.

Weitere Ansätze, etwa die 2-Minuten-Methode, die 5-4-3-2-1-Übung oder Bewegung als Gegenmittel, findest Du im Artikel: Overthinking stoppen: Overthinking – Gedankenkarussell, Grübelei & negative Gedanken stoppen

Overthinking ist auch eine Fähigkeit, Du nutzt sie bisher jedoch lediglich für eine negative Richtung.

– authentic words – 

Overthinker in einer Beziehung: Wenn Grübeln die Partnerschaft belastet

Ängste & Befürchtungen, etwas Falsches gesagt oder gemacht zu haben, ist nicht zu unterschätzen. Overthinker in einer Beziehung neigen dazu, vergangene Situationen bis ins kleinste Detail zu analysieren & für zukünftige Momente alle möglichen (Worst-Case-) Szenarien vorab durchzuspielen.

Typische Situationen: Zerdenken von Nachrichten, Blicken, Gesprächen

Das kann eine unbeantwortete Nachricht sein, undeutliche Kommunikation innerhalb von Gesprächen oder ein Blick, der Interpretationsspielraum gelassen hat. Übermäßiges Nachdenken kann so zu negativen Gefühlen & somit zur Belastung werden.

Kommunikationsstrategien gegen Grübelspiralen in der Beziehung

Die folgenden drei Strategien sind Vorschläge für rhetorische Veränderungen im zwischenmenschlichen Zusammenleben & können dazu beitragen, (Overthinking-) Situationen (schneller) zu klären, aufzulösen oder die schwere zu nehmen. Wir bewegen uns hier in Bereichen der individuellen Wahrnehmen, welche Startegie sich gut anfühlt und wie diese eingestzt wird, daher: Gerne ausprobieren was für Dich funktinoert.
Ich-Botschaften als Alternative zu Interpretationen
Wir interpretieren, tun wir. Überall & ständig. Und daraus werden Aussagen wie: „Du bist doch sauer auf mich, oder?“ Anstatt etwas vorweg anzunehmen, eine nächste Situation ergebnisoffen mit Ich-Botschaften ansprechen: „Ich habe seit gestern das Gefühl, dass etwas zwischen uns nicht stimmt.“ Das nimmt grübelnden Personen die Grundlage, sich die Antwort selbst zusammenzureimen.

Overthinking entsteht auch durch Unsicherheit in der Kommunikation. Diese kann sich durch wiederholtes Nachfragen ausdrücken & dadurch auch verstärkt werden. Nutze klare Fragestellungen, beispielsweise: „Wie genau meinst Du das?“ Diese direkte Frage beendet die Spirale effizienter als drei zaghafte Umwege.

Bevor eine Antwort formuliert wird, einen kurzen Moment nehmen, um zusammenzufassen: „Habe ich es richtig verstanden, dass es Dir um X geht/Dich Y gerade beschäftigt?“ So wird das Risiko deutlich reduziert, dass aneinander vorbei gesprochen wird & es so zu Unstimmigkeiten kommt.

Der Blick auf die (aktive) Gestaltung unseren zwischenmenschlichen Beziehungen, kann ein Startpunkt sein

Was Partner:innen & Freunde von Overthinkern tun können

Was hilft gegen Overthinking? Aspekte, die innerhalb einer Beziehung aktiv einen Beitrag für die Entlastung von Overthinkern leisten können:

Als Alternative zu dem Impuls, direkt etwas sofort lösen zu wollen. Oft wird vor einer Lösungssuche zunächst ein offenes Ohr gebraucht, um den Gedanken auszusprechen & damit gehört zu werden. Gut gemeinte Ratschläge „Einfach nicht mehr dran denken“*, können sich an dieser Stelle anfühlen, als würde die Person mit ihren Gedanken & Sorgen nicht ernst genommen werden.
 *wenn es so einfach wäre, hätte die Person sicher schon damit aufgehört.

Als Alternative zu eigenen Spekulationen oder Interpretationen. Wenn Freund:innen oder Partner:innen angespannt wirken oder schweigsam sind, konkret nachfragen. An dieser Stelle kann mit einer Frage möglicherweise mehr als eine Gedankenschleife verhindert werden; nämlich auch die eigene.

Es kann zu Wiederholungen kommen, Themen werden gegebenenfalls mehrfach zur Sprache gebracht. Das hat nichts oder weniger mit der Qualität des Zuhörers zu tun. Diese erneute Thematisierung kann ein notwendiger Bestandteil sein, um den Overthinker in die Lage zu versetzen, etwas loslassen zu können.

Als Alternative zur gut gemeinten (& oft leider nicht so gut gemachten) Formulierung „Hör doch damit auf“ bietet sich eine sanfte Ablenkung an. Vorgeschlagen werden können hier gemeinsame Aktivitäten wie ein kleiner Spaziergang oder eine Frage, die sich an die Erfüllung von Bedürfnissen richtet: „Was brauchst Du gerade?“ oder auch „Was würde Dich jetzt gerade unterstützen?“

Unterstützung kann angeboten & angenommen werden. Schütze jedoch jeweilige Grenzen, die des Anderen und auch Deine eigenen. Hilfestellung ist nicht damit verbunden, die Arbeit oder Aufgaben des Gegenübers gänzlich zu übernehmen. Es wird auch Momente geben, in denen gerade keine (emotionalen) Kapazitäten zur Verfügung stehen. Das zu kommunizieren ist vollkommen in Ordnung.

Auch das Erinnern an Übungen oder Methoden (aus diesem Artikel) oder bereits bekannter und erprobte Versionen kann helfen. Oder das Anbieten, diese gemeinsam zu nutzen. Wichtig ist, diese Vorschläge als Angebote zu Formulierungen bzw. sanft an die Nutzung zu erinnern. Die Entscheidung, etwas davon zu nutzen, liegt jeweils bei der betroffenen, overthinkenden Person.

Fazit: Overthinking stoppen ist trainierbar

Overthinking lässt sich nicht immer durch einen einzigen Trick stoppen. Es ist vielmehr ein Zusammenspiel aus Erkenntnis & Bewusstsein (weißt Du, dass Du gerade overthinkst?) und konkreten Techniken, die Du in alltäglichen Situationen anwenden kannst. Ich würde daher eher von einem neuen Umgang damit sprechen. Und dann ausprobieren & Lernerfahrungen sammeln.

Erste Schritte können sowohl die Stopp-Technik, die 4-7-8-Atemtechnik, eine feste Grübelzeit oder die 3R-Methode sein. Probiere gerne aus, was davon sich für Dich passt & funktioniert. Natürlich ist auch eine Kombination möglich.

Auch Overthinking in einer Beziehung lässt sich verändern, indem Du & Dein Umfeld gemeinsam eine Sprache dafür findet, wann ein Gedanke gehört werden will und wann er losgelassen werden darf.

Es klappt vielleicht nicht immer alles beim ersten Versuch. Es klappt jedoch immer ein bisschen mehr, je öfter Du es versuchst. Wenn Du merkst, dass Du gerne an einem Punkt persönliche Unterstützung brauchst, kann auch ein unverbindliches Erstgespräch ein guter nächster Schritt sein. Ich freue mich auf Dich!

Es muss nicht erst etwas schlimm(er)es passieren. Du darfst Dir Hilfe suchen, jetzt, heute. Wir können Dir in einem unverbindliches Gespräch Orientierung geben & darauf schauen, was Dir gerade guttun könnte.

Häufige Fragen zu Overthinker-Test & Beziehung (FAQ)

Gibt es einen zuverlässigen Overthinking Test, ob ich ein Overthinker bin?

Einen klinischen Overthinking Test zum Erhalt einer Overthinking-Diagnose gibt es nicht. Das liegt daran, dass Overthinking ein Verhaltensmuster und keine (klinische) Diagnose ist. Der Selbsttest in diesem Artikel weiter oben gibt Dir einen ersten Anhaltspunkt und eine Orientierung, ob und wenn ja, wie ausgeprägt dieses Muster bei Dir aktuell vorhanden ist. Weiter zeigt Dir dieser Artikel, wo Du ansetzen kannst.

Wie spreche ich mit Partner:innen, Freunden & Familie über mein Overthinking?

Besonders wirkungsvoll ist eine Ich-Botschaft: „Ich merke, dass ich gerade viel über X nachdenke. Kannst Du mir kurz zuhören?“ In diesem Satz wird zum einen der Druck aus dem Gespräch genommen, indem Du benennst, was passiert und was Du brauchst (anstatt Dich zu erklären oder zu rechtfertigen). Zum anderen erhält Dein Gegenüber im Gespräch eine konkrete Rolle als Zuhörer:in und weiß damit, was Dir gerade guttut. So wird auch der (vermeintliche) Druck bzw. die unausgesprochene (vermutete) Erwartungshaltung aus dem Gespräch genommen, dass etwas sofort gelöst werden muss.

Wie lange dauert es, bis neue Übungen gegen Overthinking wirken?

Erste Ergebnisse bzw. spürbare Effekte merkst Du oft schon bei den ersten bewussten Anwendungen von Übungen. Sie wirken direkt beruhigend auf Dein Nervensystem. Bis eine Übung zur Gewohnheit wird und dadurch das Gedankenmuster nachhaltig verändert wird, rechnet man in der Verhaltensänderung meist mit mehreren Wochen regelmäßiger Anwendung. Parallel dazu wirst Du beobachten, dass Dein Kopf langsam & stetig die neuen Lernerfahrungen sammelt. Diese wiegen irgendwann schwerer als vorherige Strukturen. Geduld, Fürsorge & Zuversicht im Umgang mit Dir selbst sind hier sehr hilfreiche Aspekte & ein wichtiger Teil des Prozesses.

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Mareike Thoben

Mareike ist ausgebildete systemische Coach und Gründerin von Authentic Words. Mit einem feinen Gespür für Menschen und einem tiefen Verständnis für persönliche Prozesse begleitet sie Menschen auf dem Weg zu mehr Klarheit, Selbstvertrauen und innerer Balance. Ihr Coaching-Stil ist achtsam, respektvoll und authentisch – immer mit dem Ziel, individuelle Stärken sichtbar zu machen und neue Perspektiven zu eröffnen.

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